Dreizehn Clubmitglieder rücken zum Grillieren aus, bewehrt mit Kameras und Stativen für den anschliessenden Perseidenschauer. Bis auf den erwarteten Sternschnuppenschauer findet der Grillplausch mit fotografieren bis in die Nacht aber, wie geplant statt. Das allgemeine Feuerverbot im Freien stellt sich dem Anlass kurz in den Weg, aber Gaby und Karl bieten uns mit grosser Terrasse, Gasgrill und grosszügiger Bewirtung Asyl. Beim Eindunkeln zieht die Fotografenschar den Berg hinan, zu den Weiden mit Rundum-Sicht und stellt die Kameras bei Restlicht rechtzeitig manuell auf „Unendlich“.

Die Liegenschaft, wunderbar über Jakobsbad in der Landwirtschaftszone gelegen, bietet alle Annehmlichkeiten „offener“ Gastlichkeit der Hausherrschaft. Unter den Bieren findet sich auch der „Brandlöscher“, der aber, wohl für den Notfall, kaum angetastet wird. Bald heizt Karl ein und herrlicher Duft von Wurst, Fleisch und Fisch regt den Appetit gehörig an.
Neben dem üblichen angeregten Gespräch von Fotoenthusiasten wird auch noch der Unterschied zwischen Sternschnuppen, Meteoriten und Kometen geklärt. Sternschnuppen verglühen vollständig auf dem Weg durch unsere Atmosphäre, Meteoriten schaffen es bis auf die Erde, Kometen „dampfen“ auf ihrem Weg durchs All im „Sonnenwind“ und ziehen den charakteristischen Schweif hinter sich her.

Beim Aufbruch zur Nachtfotografie ziehen die Einen das Privatsträsschen zu Fuss hinan, die anderen nehmen das Auto. Verirren kann man sich da nicht und trifft sich zum endgültigen Gang auf die „Fotografenwiese“. Zwar zeigt sich hier bald einmal der Eigentümer – „überrascht“ ob der Invasion von Fotografen mit fetten Autos. Im Gespräch aber tauen die Verhältnisse bald einmal auf ein äusserst sympathisches Miteinander auf. Heinz gibt nun einige wichtige Tipps a) zu den grundlegenden Kameraeinstellungen und b) zum Verhalten, möglichst nicht vor einander stellen, vorsichtig mit Taschenlampen und ähnlichen „Streulichtquellen“.

Die Sonne sinkt, herrliche Farben tauchen am Horizont auf. Bald einmal strahlt nur noch schwaches Streulicht von St. Gallen über die Hügelketten des Appenzell, und immer mehr Sterne treten zunehmend strahlend hervor. Das dunkle Himmelsblau lässt irgendwann die Milchstrasse erahnen. Unsere Kamera-Sensoren sind da im Vorteil, sie machen schon ganz deutliche Bilder aus dem Inneren hinaus durch unsere Galaxie. Die Spuren von blinkenden Flugzeuglichtern werden gegen 23 Uhr häufiger, aber die Galaxie erstrahlt in voller Pracht – bis auf ein paar sehr wenige, dünne Restwolkenschleier eine perfekte Nacht. Fehlendes Mondlicht, es ist Neumond, und kaum Streulicht im weiten Rund der Weiden und Wälder, jetzt benötigt der Nachtfotograf nur noch ein möglichst weitwinkliges Objektiv grosser Lichtstärke, damit Sternenpunkte nicht durch zu lange Belichtungszeiten zu Strichsternen werden.

Das informelle Feedback auf dem Weg zu den Fahrzeugen ergibt: toller Anlass, bestens organisiert, hervorragende, grosszügige Gastfreundschaft. Heinz und auch einige der Kollegen und Kolleginnen fördern tätig das Know-How an den Kameras. Einige ziehen darüber hinaus einen wichtigen Schluss: Taschenlampen taugen bei Nachtfotografie nicht. Ihr grelles relativ wenig fokussiertes Licht kann die Anderen erheblich stören. Optimal sind Stirnlampen mit Rot-Licht-Funktion, jeweils nur sehr kurz eingesetzt werden.
Mein Dank für die schöne gesellige Stimmung und das kreative Miteinander gilt allen Teilnehmern. Gaby und Karl jedoch zolle ich besonders herzlichen Dank, im Namen aller: ihr wart toll, grosszügig und habt uns ein paar entspannte Stunden geschenkt, Danke!

Heinz und Manfred

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