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Datum - 12.01.2020-13.01.2020
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Treffpunkt wird noch bekannt gegeben

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An diesem Event nehmen Gäste vom Fotoclub München-Nord teil.

Im Appenzellerland feiern wir die Jahreswende gleich zwei Mal: Nach dem gregorianischen Kalender am 31. Dezember und nach dem julianischen Kalender am 13. Januar. An den genannten Daten sind die Silvesterchläuse unterwegs. Dabei unterscheidet man zwischen «schöne Chläus», «wüeschti Chläus» und «Naturchläus». Die Schönen tragen kunstvoll verzierte Kopfbedeckungen mit Szenen aus dem bäuerlichen Leben, die in liebevoller Handarbeit in hunderten von Freizeitstunden angefertigt werden. Die Wüsten und Naturchläuse bestechen durch kunstvolle, wild geschmückte Hüte, Hauben und Masken. Vom frühen Morgen an sind die Silvesterchläuse unterwegs, ziehen von Haus zu Haus und wünschen mit andächtigem Gesang und lüpfigen «Zäuerli» allen «es guets Neus». Am Abend sind sie bis Mitternacht in den Wirtschaften unterwegs.

Nach der Anreise am Sonntag – am besten mit dem Flixbus um 8.45 Uhr ab München – werden wir gemeinsam das Brauchtummuseum in Urnäsch besuchen. Das lebendige Brauchtum ist Mittelpunkt der Dauerausstellung. Sie gewährt Einblicke ins Sennenleben, in bäuerliche Wohnräume, in die Welt der Trachten, in traditionelle Werkstätten und in die Volkskunst.

Musikinstrumente, Talerschwingen und Schellenschötten dürfen ausprobiert werden.
Die Senntumsschnitzerei, auch Chüelischnitzerei genannt, ist Thema der diesjährigen Sonderausstellung. Entwickelt hat sie sich im 20. Jahrhundert rund um den Säntis im Appenzellerland und im Toggenburg. Anfänglich bestehen die Schnitzereien aus Alpfahrten mit Geissbub, Ziegen, Geissmädchen, Sennen, Kühen, Bauer, Bläss und Lediwagen. Später kommen weitere Motive wie Silvesterchläuse, Bloch, Streich¬musik, Tanzgruppen, Holzen oder Käsen hinzu.
Zu sehen sind die Arbeiten dreier Generationen. Die Schnitzer stammen hauptsächlich aus dem Bauernmillieu. Was als Zeitvertreib zum Fertigen von Spielzeug oder von Szenen auf den Chlausenhauben beginnt, wird zum lukrativen Nebengeschäft. Heute sind die Schnitzereien beliebte Sammelstücke.

Sonderausstellung «schö-wüeschti» Chlausehüet: Die Entstehung der «schö-wüeschte» Silvesterchläuse geht in den Beginn der 1960er-Jahre zurück. Ein solcher Schuppel ist erstmals am Silvester 1963/64 unterwegs. Es ist der Chörli-Schuppel, Männer vom Jodelchörli Urnäsch, die sich von im Wald gesammelten Materialien wie Rinde, Moos, Tannenbart, Schneckenhäuschen, Föhren, Tannzapfen oder Buchennüssli inspirieren lassen. Die neu kreierte Form von Naturchläusen regt an. So auch Armin Fässler, der später zum Bindli-Schuppel gehört. Er beginnt die Mantelrücken und die Hüte mit Schnitzereien zu verzieren. Auch die Brüder Melchior und Stefan Zimmermann vom Saien-Schuppel fertigen beeindruckende Sujets von «schö-wüeschten». Mit ihrem gestalterischen Können und ihrer Fantasie entwickeln die beiden Schuppel einen speziellen Stil von Waldchläusen. In der Ausstellung sind ein «schö-wüeschte» Chlaus des Bindli- und einer des Saien-Schuppels sowie «schö-wüeschti» Hüet anderer Gruppen aus den letzten Jahrzehnten zu sehen.
Im Anschluss an den Museumsbesuch haben wir etwas Zeit, um uns im Hotel zu erholen oder den Ort zu Fuss zu erkunden. Am Abend gehen wir gemeinsam in ein typisches Appenzeller Restaurant, um ein leckeres Käsefondue zu essen. Nicht allzu spät gehen wir schlafen, da der nächste Tag sehr früh beginnen wird.

Am nächsten Morgen geht es dann um 5 Uhr los. Wir werden Gelegenheit haben, einige Silvesterchlausen-Gruppen bei der Vorbereitung zu beobachten und zu fotografieren. Für einige Stunden werden wir ihnen dann folgen, wenn sie von Hof zu Hof wandern und ihre traditionellen Gesänge aufführen. Wir werden beobachten können, wie die dunkle Nacht des Appenzellerlandes sich zuerst in die blaue Stunde verwandelt, bevor dann die Sonne aufgeht.
Gegen Mittag haben wir das meiste gesehen. Wer noch Lust hat, kann noch bis zum Abend bleiben. Der offizielle Teil des Clubevents endet jedoch hier.

Anmerkung: Je nach Wetter brauchen wir gutes Schuhwerk und warme Kleidung. Wir werden relativ viel zu Fuss unterwegs sein – auch über Wiesen und Felder.

Links:
https://appenzellerland.ch/de/informieren/typisch/braeuche/silvesterchlausen.html
http://www.lebendigetraditionen.ch/traditionen/00187/index.html?lang=de

Mitnehmen
Gutes Schuhwerk und warme Kleider, Fotoausrüstung

Treffpunkt
wird noch bekannt gegeben

Leitung
Für weitere Auskünfte steht Euch Oli Reichlin und Wilfried Lux zur Verfügung

 

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