Es scheint, zeitgemässer als unser Höck Fotoworkshop Schwarz&Weiss kann das Thema dieses Höckabends gar nicht sein. Schon der Boom an Ausstellungen „alter Meister“ (Balthasar Burkhard, Jakob Tuggener, René Groebli), den wir in den letzten Jahren beobachten, beweist das neue, wachsende Interesse an Schwarz&Weiss. Im Anfang sah man natürlich auch nur farbig, konnte aber ausschliesslich schwarz-weiss fotografieren. Die Einführung der Farbfotografie lief sogar nicht ohne Widerstände. Heute ist farbig völlig selbstverständlich und wir fotografieren auch fast nur noch farbig. Nun wollen wir wieder lernen schwarz-weiss zu denken, zu sehen und Schwarz&Weiss-Fotos zu machen.

Die Schwarz&Weiss-Fotografie mit Digitalkameras ist nicht selbstverständlich, obwohl die digitalen Sensoren eigentlich ja nur Grauwerte des einfallenden Lichtes erkennen können! Farbiges Licht erreicht sie, weil jedem Sensorpixel ein micro-Farbfilter vorgelagert ist. Alle Grundfarben sind über den Sensor je auf einzelne Pixel verteilt. Die Kamera-Software weiss, welche der Grundfarben über welchem Pixel liegt und rechnet die Helligkeitswerte der Pixel-„Farbe“ zu einem Farbbild zusammen.

Wenn wir also schwarz-weiss Fotos haben wollen, muss die Software der Kamera bzw. des PCs (zum Beispiel Lightroom, Affinity-Foto etc.) die Farbwerte wieder heraus rechnen. Die Programme haben Standardvorgaben und errechnen ansehnliche Schwarz-Weiss-Bilder. Aber über diverse Farbregler in der Software können wir die Helligkeit eines jeden Farbkanals variieren und so das Schwarz&Weiss-Bild verändern. Wie man das macht und welchen Einfluss der Blau-Regler zum Beispiel auf den Himmel und die Wolken hat, führt uns Heinz in seiner kurzweiligen, präzisen Präsentation systematisch vor. Urban unterstützt ihn mit weiteren Fotos und die Teilnehmer des Workshops beleben den Abend mit Fragen und eigenen Wortbeiträgen.

Erstaunlich, dass einige Farbfotos durch die Umwandlung in Schwarz&Weiss stark an Ausdruck gewinnen. Andere Fotos belässt man lieber in Farbe. Schwarz&Weiss heisst nicht nur den Beitrag der Farben am Bild auszuschalten, es heisst insgesamt Reduktion auf das Wesentliche, Hervorheben von Strukturen. Der Weg des Fotografen-„Auges“ von der Farbe zurück zu reinen Licht-Grau-Werten ist lang, es braucht Übung. Daher wird dieser Höck mit dem Anlass „City Architektur in Schwarz und Weiss“ am 14.10. ergänzt!

Das Feedback der 16(!) Teilnehmer zu diesem Höck zeigt, das Interesse an Schwarz&Weiss ist sehr gross. Dieser Höck hat sogar noch „gluschtiger“ gemacht in Schwarz&Weiss zu experimentieren. Die Teilnehmer wünschen dafür noch weitergehende, noch intensivere Hilfe, auch mit anderen Softwaresystemen. Wir überlegen uns daher für 2019 einen entsprechenden Workshop zu organisieren. Wir hoffen im Sinne des Clubmottos „Mitglieder für Mitglieder“, dass sich weitere Mitglieder melden, an so einem intensiven Kurs als „Tutoren“ mitzuwirken. Wer uns dabei zur Seite stehen mag, melde sich bitte bei Heinz.

20. September 2018
Heinz und Manfred