Ja, eine Erholungsreise, an welcher man vom Buffet zum Pool und am Abend wieder zurück zum Buffet schlendern kann, war unsere Fotoreise in den Tessin wahrlich nicht. Den Teilnehmern wurde einiges abverlangt. Foto-Ausrüstung schleppen, Wandern, Klettern, Schuhe wechseln, ins Wasser stehen, Stativ stellen, Filter montieren, Fotografieren, früh aufstehen, Location suchen (der Tour-Guide war auch noch nie im Dunkeln dort :-)), Bilder abliefern, Bilder besprechen, und, und, und. Die Belohnung für alle diese Strapazen waren feines Essen, toller Wein, intensiver Gedanken- und Wissensaustausch und natürlich richtig feine Bilder.

Fotoreise in den Tessin - Verzasca-Tal

Schon kurz nach der Ankunft am Freitag Nachmittag im Familienhotel Campagna in Frasco war klar: Auf unserer Fotoreise in den Tessin wurde an alles gedacht! Im eigenen Besprechungsraum, welcher uns vom Hotel zur Verfügung gestellt wurde, lag schon alles bereit. Wochenend-Programm, Notfall-Karte und die Zimmerschlüssel wurden verteilt, danach gab es eine Einführung durch unseren „Tour-Guide“ Gregory. Nach dem Zimmerbeziehen stand schon der erste Programmpunkt an. Wir gingen das erste Mal ans Wasser. Die einen fotografierten schon, die anderen liessen sich eine Schnellbleiche im Umgang mit Graufiltern und langen Verschlusszeiten verpassen. Nach rund zwei Stunden Fotografie und unserer ersten Live-Schaltung für unsere Facebook-Freunde, gingen wir zurück ins Hotel. Kurz frisch gemacht, zog es die einen ziemlich schnell zum Apéro. Andere kamen etwas später, doch zum verdienten und leckeren Drei-Gänger waren alle wieder versammelt. Gemeinsam liessen wir den Tag gemütlich ausklingen.

05:20 Uhr Tagwache, 06:00 Abfahrt. So starteten wir in den Samstag. Schon zwei Stunden vor dem Frühstück kurvten wir im Dunkeln durch das Verzasca-Tal, auf der Suche nach der Römerbrücke Ponte dei Salti. Und tatsächlich: Nach dem dritten Versuch fanden wir sie dann auch.

Fotoreise in den Tessin - Römerbrücke Ponte dei Salti

Die Herausforderung bestand darin, diese Brücke zu fotografieren solange noch keine badenden und mit Selfie-Stick bewaffneten Besucher die Umgebung der Brücke belagern. Die Mission kann als erfüllt betrachtet werden. Zudem, sozusagen als kleines Zückerchen obendrauf, gab die Location auch abseits der Brücke viele kleine Schätze zum Fotografieren preis. Man musste die Fotografen fast von den Steinen wegzerren, um pünktlich zum Frühstück zu kommen. Nach diesem ging es nahtlos weiter. Wir spazierten zum nahegelegenen zweiten Fotospot. Kaum angekommen, verteilte sich die Gruppe schon wieder. Kleine Wasserfälle, Steinformationen und Wasserläufe wollten von uns fotografiert werden. Jetzt war auch die Zeit für unsere zweite Live-Berichterstattung gekommen. Diesmal mit bewegten Luftbildern von Christians Drohne. Leider mussten wir an diesem Fotospot unseren ersten Materialschaden verzeichnen. Einer der Pol-Filter war nach einem Sturz vom Stativ derart beleidigt dass er kurz entschlossen in Scherben seinen Dienst quittierte. Zum Glück im Unglück wurde nicht noch teureres Equipment beschädigt und es konnten auch von dieser Location tolle Bilder erarbeitet werden.

Fotoreise in den Tessin Bild Wasserlauf Verzasca bei Frasco

Nach diesem turbulenten, aber befriedigenden Morgen war nun erst einmal eine längere Mittagspause angesagt. Wir stärkten uns mit einem kleinen Salat und hausgemachter Pizza, bevor wir uns einer kleinen Siesta hingaben. Um die Zeit des hohen und ungünstigen Sonnenstands zu überbrücken, begaben wir uns in unseren Sitzungsraum, wo wir uns während einer Bildbesprechung die entstandenen Bilder vorstellten. Es wurden Meinungen ausgetauscht, Tipps und Tricks gegeben und der eine oder andere Lightroom-Regler ausprobiert. Bei immer tiefer stehender Sonne hielt es die Fotografinnen und Fotografen nicht mehr länger drinnen. So stiegen wir in unsere Autos und besuchten den dritten Fotospot, welcher diesmal, dies sei nebenbei erwähnt, auf Anhieb gefunden wurde. Mit dem anspruchsvolleren Terrain kamen nicht alle gleich gut zurecht. Deshalb musste mit Zoom oder speziellen Perspektiven improvisiert werden. Aber waren Klagen zu hören? Nein! Die einzigen Geräusche waren das Rauschen des wilden Verzasca-Wassers und das Verschlussklicken der Kameras. Selbstverständlich durfte auch hier eine Live-Session für Facebook nicht fehlen.

Fotoreise in den Tessin Bild Wasserlauf Verzasca BrioneNach diesem vielseitigen Tag freuten wir uns alle darauf, ins Hotel zu kommen. Nach einer erfrischenden Dusche erwartete uns unser allzeit bereiter Gastgeber zum Dinner. Wieder wurden unsere müden Körper mit drei köstlichen Gängen, frischem Wasser und gutem Wein verwöhnt. Nachdem auch der Gemütlichkeit Rechnung  getragen wurde, waren vermutlich alle froh, ins Bett zu kommen.

Mit humanerer Aufwachzeit, wir hatten an diesem herrlichen Sonntag kein Frühprogramm geplant, trafen wir uns zum Frühstück, um uns für einen weiteren, ereignisreichen Tag zu stärken. Der Wettlauf um das Nature-Joghurt, welcher am Vorabend schon entbrannt war, konnte Dank der Weitsicht unseres Wirtes durch die Beschaffung genügender Mengen und durch das versöhnlich hausgemachte Brot gerade noch gezügelt werden. So konnten wir nach der Zimmerräumung zufrieden und gut genährt in weitere Abenteuer starten. Nach fünf Minuten Autofahrt nach Sonogno und einer halben Stunde Wandern, erreichten wir unseren letzten Spot im Verzasca-Tal. Kaum angekommen, fand sich die Gruppe schon wieder verteilt in der tollen Wasserwelt der Verzasca. Mit der letzten Video-Live-Botschaft, welche auf Grund der ländlichen Netzschwäche aus der Konserve zur Verfügung gestellt werden musste, verabschiedeten wir uns vom daheimgebliebenen Publikum.Fotoreise in den Tessin Bild Wasserfall Verzasca Sonogno

Auch für uns war langsam Aufbruchstimmung und Abschiednehmen angesagt, obwohl sich einige fast nicht von der spektakulären Natur des Verzasca-Tales trennen wollten. Die Wanderung zurück hielt noch Leckerbissen verschiedener Art für uns bereit. Zum ersten einen idyllischen Wasserfall (siehe Bild ganz oben), welcher auf jeden Fall einen Foto-Stopp wert war und zum zweiten ein vollgepacktes Lunch-Paket, welches uns dank Vollpension vom Hotel bereitgestellt wurde. Top Leistung!

Der Abschied nahte, und so begaben wir uns zu den Autos, verstauten unser Gepäck und machten uns auf den Heimweg. Ein letzter Fotohalt war auf dem San Bernardino Pass geplant. Die Müdigkeit, welche sich bei einigen Passagieren schon in den Autos gezeigt hatte, sowie das eher ungemütliche Wetter, liessen uns dann aber auf das Fotografieren verzichten. Bei einem gemütlichen Kaffee auf der Passhöhe liessen wir das Wochenende nochmals Revue passieren, bevor wir uns trennten und uns auf den Heimweg machten. Es war ein spannendes Wochenende des Foto-Clubs Appenzellerland mit tollen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Fotoreise in den Tessin Bild Passhöhe San Bernardino Panorama

Hintergrundinformationen finden sich auf Facebook, weitere Impressionen unseres wundervollen Ausfluges können in der Event-Galerie angeschaut werden. Und hier gibt es sogar noch einen kurzen Videofilm…